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Essen & Trinken

Genießen in steilen Lagen: Weinfest Stuttgarter Steillagentage 2022 in Mühlhausen

Stuttgarts wohl schönstes Weinfest wird am 13. und 14. August in Mühlhausen am Neckar gefeiert.

Nach zwei Jahren Coronapause veranstalten die Weinbauern Mühlhausen wieder die Stuttgarter Steillagentage mitten in den idyllischen Weinbergen an Neckar und Max-Eyth-See . Foto: Lichtgut

12.08.2022

Das „schönste Weinfest Stuttgarts“ wird endlich wieder gefeiert. Nach zwei Jahren Coronapause veranstalten die Weinbauern Mühlhausen am Samstag, 13. August, und Sonntag, 14. August, die zwölften Stuttgarter Steillagentage in der prächtigen Naturkulisse der Weinberge an Neckar und Max-Eyth-See – mit Musik, Hocketse und Weinfrühschoppen.

Anfang des Jahres haben die Mitglieder des Vereins Weinbauern Mühlhausen, die die Steillagentage seit 2009 ausrichten, mit den Planungen begonnen. Nun ist alles bereit für das Weinfest im Gebiet Arnoldstraße bei den Pappeln und der Hofener Schleuse. In den Wengerterhäusle und entlang des Flusses werden edle Tropfen ausgeschenkt und dazu passende Speisen serviert. Einblicke in die Geschichte und die Arbeit in den Wengert gibt es außerdem. An beiden Tagen werden Themenwanderungen durch die Weinberge angeboten, Fahrten mit der Einschienenbahn und Rundfahrten mit dem Planwagen. Und am Abend verzaubern Lichter die Rebhänge und Wengerterhäusle.

Die Steillagen sind ein prägendes Landschaftselement im Anbaugebiet entlang des Neckars. Weinbauern, die dort einen Wengert besitzen, haben sich zusammengeschlossen – egal ob haupt- oder nebengewerblich tätig, selbstständig oder genossenschaftlich organisiert – um den besonderen Herausforderungen des Steillagen-Weinbaus zu begegnen und dem Natur- und Landschaftsschutz mehr Gewicht zu verleihen. Ihnen ist die Pflege der Tradition und der Erhalt der Heimat ebenso wichtig, wie die Erzeugung feiner Tropfen. Sie sind die ersten in der Region, die Pflanzenschutz mit einer Drohne betreiben und damit dem Weinbau in den Steillagen eine sicherere Zukunft bescheren.

Vor der zweijährigen Zwangsunterbrechung hatten sich die Steillagentage zum wohl schönsten und stimmungsvollsten Weinfest in Stuttgart gemausert. Doch es soll nicht nur eine Wein-Hocketse wie viele andere sein: Die Besucher lernen auch Wissenswertes über die Geschichte des Weinbaus in Mühlhausen. In den Trockenmauern der Steillagen „Bachhalde“, „Steinhalde“ und „Zuckerle“ werden unter anderem die Rebsorten Trollinger, Spätburgunder, Lemberger, Riesling, Merlot, Shiraz, Domfelder und Silvaner angebaut. Der Boden besteht überwiegend aus Muschelkalk und tonigem Lehm, was den Weinen im Zusammenspiel mit den Bodenkräutern ihr charakteristisches „Terroir“, das „Bodag‘fährtle“ verleiht.

Die Stützmauern in der Lage „Cannstatter Zuckerle“, die sich auf einer Fläche von 21 Hektar über die Stadtteile Bad Cannstatt, Münster, Hofen und Mühlhausen erstreckt, haben eine Gesamtlänge von 22 Kilometern. Sie verhindern die Erosion und machen die Steillagen-Bewirtschaftung überhaupt erst möglich. Die Steine der Trockenmauern verstärken die Sonneneinstrahlung und speichern die Wärme. So bieten sie Sonne liebenden Pflanzen und Tieren einen Lebensraum. Die teils starken Hanglagen haben für die Rebstöcke eine optimale Ausrichtung von West-Süd-Südost und somit eine optimale Sonneneinstrahlung für die Trauben. Die Gäste erfahren, wie viel Arbeit, Mühe, Schweiß und Einsatz die Steillage den Weinbauern abverlangt, bis der Rebensaft in der Flasche landet.

Eine maschinelle Unterstützung wie in den flachen Lagen ist nahezu ausgeschlossen. Entsprechend zum Arbeitsaufwand ist der Ertrag nicht kostendeckend. Wer an einer Führung durch die Weinberge teilgenommen hat, wird anschließend den Tropfen im Glas in einem ganz anderen Licht wahrnehmen.

Die Stuttgarter Steillagentage starten am Samstag um 14 Uhr, und am Sonntag um 10.30 Uhr. Das Fest ist am besten mit der U14 oder U12 bis zur Haltestelle Auwiesen zu erreichen. Von dort sind es rund fünf Minuten Fußweg. Eva Herschmann

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